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Genauso könnte man auch sein »Leben mit Deutschen« beschreiben. Man denkt erst daran, dass sie Deutsche sind, wenn die lieben Nachbarn das Treppenhaus steril halten wollen oder sie die Polizei wegen einer lauten Party anrufen. Wenn die Nachbarn die Feuerwehr holen, um einer fremden Katze in Not zu helfen, wenn sie auf die Kinder aufpassen oder sogar eine Art Hausfrauen-Telefonkette zum Schutz gegen Neonazis bilden (was in der Unterwiehre der Fall war), dann spricht man einfach von guten Menschen, von einer netten Familie oder von tollen Hausfrauen.
In dieser Zeitung lesen Sie über Herrn Riedinger, der die teure Krebsoperation eines Mädchens aus der Mongolei zu seiner Sache gemacht hat und über die siebzigjährige Helga Gebert, die sich für Flüchtlinge einsetzt.
Wir alle wohnen in Freiburg und sind irgendwie Nachbarn. Und es wäre wunderschön, wenn wir so denken könnten wie eine Bewohnerin des Hochhauses am Basler Tor: »Es kommt nicht darauf an, woher meine Nachbarn kommen, sondern auf Freundlichkeit und Offenheit.«
Große Debatten in der Redaktion hat der Artikel über Integration ausgelöst. Einige von uns meinten: So wie das Wort verwendet wird, kann Integration zum Machtbegriff werden, mit dem die Unterwerfung unter die Mehrheitskultur verordnet und die Souveränität der Persönlichkeit in Frage gestellt wird. Wir laden Sie zur weiteren Diskussion über dieses Thema ein.
Eine Autorin entdeckt Verbindendes in Saison-Ritualen wie dem Plätzchenbacken. Wer dagegen mal etwas anderes ausprobieren möchte, sollte unser Pudding-Rezept aus Südafrika riskieren.
Liebe Nachbarn, genießen Sie diese Weihnachtsausgabe und vergessen Sie nicht: die InZeitung erscheint in zwei Sprachen, auf Deutsch und auf Deutsch mit Akzent.
Ihre Redaktion
